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Mopsbericht

 

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Weser Kurier - 26.02.2011

Unternehmen in Stuhr: Doris Johow gründete 2004 Dog City / Heute Anlaufpunkt für Hundehalter aus der Region

Idee auf der Heidelberger Hundewiese

Von Hauke Gruhn
Stuhr. Doris Johow und Renate Meier machen fast alles zusammen - und das schon seit Jahren. Die beiden gebürtigen Bremerinnen waren über zehn Jahre in der Tourismusbranche als Reiseleiterinnen tätig, dann hatten sie eine größere Firma in Süddeutschland, und schließlich kehrten beide ins Bremer Umland zurück. Hier gründete Doris Johow 2004 Dog City - und Renate Meier führt seitdem als Selbstständige das Wuff-Café in der "Hundestadt". Insgesamt besteht Dog City, an der Grenze der Stuhrer Ortsteile Varrel und Groß Mackenstedt gelegen, aus vier kleinen Einzelunternehmen.

Als ausgewiesene Hundeexpertin würde sich Doris Johow gar nicht bezeichnen. Aber Hunde haben es ihr angetan seit ihrer Zeit in Heidelberg. Dort führte sie gemeinsam mit Renate Meier eine Firma. "Wir haben damals Kongresse organisiert, zum Beispiel für große Softwareunternehmen", erzählt Johow. "Das waren teilweise bis zu 11000 Menschen, um die wir uns mit 18 Festangestellten und unseren Aushilfen gekümmert haben." Schön sei es damals gewesen, aber auch anstrengend, erzählen beide. "Gegen den Stress haben wir uns damals einen Bürohund geholt", verrät Johow. "Ein Dackel namens Krümel", ergänzt Meier. "Das war der Einstieg."

Auf den Ausflügen zur Heidelberger Hundewiese entstand nach und nach der Gedanke, doch einmal beruflich etwas mit Hunden zu machen. Johow erinnert sich: "Es gab da auf der Hundewiese keine Toiletten, keine Bockwurst, nichts. Da war die Idee dann irgendwann geboren." Zu der Zeit lernten beide praktischerweise die Hundetrainer Corinn und Chima Anyanwu kennen. Doris Johow und Renate Meier zogen sich schließlich aus dem Unternehmen, das es heute nicht mehr gibt, zurück. Zunächst ging Meier zurück nach Bremen. Und zwar aus einem ganz speziellen Grund: "Ich hatte dort im Tierheim einen Hund gefunden, den wollten sie mir aber nicht geben, weil ich in Heidelberg wohne. Da habe ich gesagt: Für den Hund ziehe ich innerhalb einer Woche hierher." Johow folgte wenig später.

Die Gebäude, die heute Dog City bilden, standen vor 2004 längere Zeit leer. Hier war einst eine Firma ansässig, die Gedärme verarbeitete. "Die wollte keiner im Gewerbegebiet haben, deswegen durften sie sich hier im Landschaftsschutzgebiet niederlassen", erzählt Johow. Heute profitiert Dog City von der abgeschiedenen Lage - Beschwerden sind selten. Nur anfangs gab es einige Probleme bei der Umwidmung zum Hundetreff. Der markante Name entstand übrigens erst während der Umbauarbeiten. Ein Neffe von Doris Johow war beim Umbau behilflich, als er eines Tages vorschlug: "Nennt das doch einfach Dog City." Da ließen sich Johow und Meier nicht lange bitten.

Schließlich gelang es, das befreundete Ehepaar Anyanwu aus Heidelberg loszueisen und zu Dog City in die Gemeinde Stuhr zu lotsen. Heute betreiben Corinn und Chima Anyanwu die Hundeschule und die Hundetagesstätte auf dem Gelände am Birkenweg. Vor allem Berufstätige nähmen die Hundetagesstätte für ihre Tiere in Anspruch, berichtet Renate Meier. "Die Hunde werden hier tagsüber im Rudel gehalten. Sie werden abgegeben, ordentlich ,gepampert', kommen zusammen raus und werden schließlich wieder abgeholt." Eine tierische Wohngemeinschaft sozusagen. Aber nicht jeder Hund passt in diese WG. Deshalb gibt es zunächst ein Probewohnen für die Vierbeiner. Wer sich nicht benehmen kann, ist raus.

Problemhunde kommen in der Regel nur zum Training in die Hundeschule. Vor allem Chima Anyanwu hat viel Erfahrungen mit schwierigen Charakteren in der Hundewelt. Auch vor sogenannten Kampfhunden schreckt er nicht zurück. Viele Fortbildungen hat er dafür besucht. Manchmal werden auch Problemhunde aus dem Brinkumer Tierheim zu Dog City gebracht, um zu sehen, was noch zu retten ist. "Zum Tierheim haben wir hier schon immer ein gutes Verhältnis gehabt", betont Renate Meier.

Das Hundezentrum verfügt unter anderem über eine Hundesporthalle für witterungsunabhängiges Training, drei Outdoor-Trainingsplätze mit Flutlicht, das Wuff-Café, einen Seminarraum, in dem öfter Hundeexperten Vorträge halten, und auch Gästezimmer. "Viele Hotels wollen heute keine Menschen mit Hunden mehr aufnehmen, dann können sie bei uns Urlaub machen", erklärt Doris Johow. Daniela Hartung und Rebecca Rätzke kümmern sich derweil um den Hundefrisörsalon - und sie wirken in der Hundeschule mit.

Dass sich auf dem 30000 Quadratmeter großen Areal insgesamt vier Unternehmen befinden, fällt dem Besucher zunächst nicht weiter auf. Alles ist schließlich unter einem Dach: Dog City. Das Grundstück und die Gebäude gehören Doris Johow, die an Hundeschule & Co. weiter verpachtet hat. "Unsere Kunden kommen aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern", berichtet die 60-Jährige.

Renate Meier verfolgt derweil die Diskussion um das geplante neue Hundegesetz für Niedersachsen sehr genau. "Ich find es richtig, dass es den Hundeführerschein geben soll", sagt sie. "Meine Erfahrung ist sogar die, dass die Halter eigentlich für solche Kurse ihre Hunde zu Hause lassen könnten. Vor allem die Halter müssten ja etwas lernen." Insgesamt würden sich noch zu viele Menschen vor dem Hundekauf zu wenig über die Rasse und deren Ansprüche informieren, beklagt Meier. "Dabei bieten wir dazu sogar eine kostenlose Beratung an." Grundsätzlich sei es immer noch so, dass das Problem oft nicht beim Hund, sondern am anderen Ende der Leine zu finden sei, betont Meier.

Unterm Strich würden die Hundehalter im Vergleich zu früher heute dennoch mehr Engagement an den Tag legen, findet Renate Meier. "Sie kümmern sich mehr um ihre Hunde, das hat auch mit negativen Berichten in der Presse zu tun. Da sind viele verunsichert." Die 61-Jährige lebt mit ihrem ständigen Begleiter Milo, einem acht Jahre alte deutsch-belgischen Schäferhundmix, sogar auf dem Gelände von Dog City. Sie sieht die Hundestadt denn auch als Kommunikationszentrum. "Man kann hier über alle möglichen Dinge plauschen."

Für Doris Johow und Renate Meier ist Dog City seit nunmehr fast sieben Jahren so etwas wie ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist. "Unser Berufsleben liegt ja eigentlich schon hinter uns", sagen sie. Und so freut sich Doris Johow vor allem auf eines: Im Frühling kann sie wieder mit dem Rasenmähertrecker die Hundewiese mähen. "Meine Lieblingsbeschäftigung."

Mehr Infos: www.dogcity-bremen.de